Papiermangel Auch in diesem Jahr ein großes Thema für uns und unsere Kunden

Ein Beitrag von Mandy Ludewig
Business Services

 

Der Papiermarkt in der Krise

Branchenfremde Menschen bekommen von der aktuellen Papierkrise nicht so viel mit. Sie stehen im Supermarkt oder am Kiosk nicht vor leer gefegten Zeitschriftenregalen, Buchhandlungen scheinen nach wie vor gut bestückt und in den Briefkästen landen Werbeblättchen im Überfluss.

Da fällt es mir als Print Expert gegenüber unseren Kunden schwer zu argumentieren, warum plötzlich kein Papier verfügbar ist, die Lieferzeiten sich bei kurzfristigen Aufträgen mehr als verdreifachen oder die Preise für den Druck seiner Medien explodieren.

Wie kam es zu dieser Entwicklung?

Die Verfügbarkeit von grafischem Papier, also jenes, das für Druck-Erzeugnisse von Buch- und Zeitungsverlagen eingesetzt wird, war Ende 2020/Anfang 2021 auf einem historischen Tiefstand angelangt. Jahrelang traf ein zu hohes Angebot auf eine zu geringe Nachfrage. Deshalb schlossen einige Papierfabriken oder stellten ihr Sortiment auf die finanziell lukrativeren Verpackungen um. Denn durch die weltweite Pandemie wurden unzählige Verpackungen für Coronatests benötigt und durch Lockdowns im Einzelhandel wurde verstärkt online bestellt, wofür massenhaft Kartons gebraucht wurden.

Welche weiteren Faktoren spielen eine Rolle?

Ein anderer Aspekt für die Verknappung von grafischem Papier ist der Rohstoffmangel. Ein Großteil dieser Papiere wird aus Altpapier und Anteilen an frischem Zellstoff hergestellt. Während der Coronakrise verzichteten viele Firmen auf Werbeflyer, Homeoffice-bedingt fiel in den Büros weniger Altpapier an und Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften nahmen ab, weshalb diese Medien immer geringere Seitenumfänge hatten. Dadurch gab es erheblich weniger Altpapier, das in den Rohstoffkreislauf zurückgeführt werden konnte.

Frischer Zellstoff, der hauptsächlich aus Südamerika und Asien importiert wird, ist auf Grund der gestiegenen Containerpreise – teilweise bis zu 500% – kaum noch bezahlbar. Unterbrechungen des Containerverkehrs infolge der Pandemie führten zu globalen Lieferkettenproblemen. Doch nicht nur Container wurden rar und teuer, es mangelt auch an LKWs und Fahrern, um die Ware zum Verbrauchsort zu bringen. Zusätzlich fehlen Hilfsstoffe für die Papierproduktion wie zum Beispiel Bleichmittel.

Im Oktober 2021 kam dann zu den steigenden Papierpreisen noch ein Energiekostenzuschlag von bis zu 150 Euro je Tonne Papier hinzu, der die rasant gestiegenen Preise für Strom und Gas ausgleichen sollte.

Wie geht es in 2022 weiter?

Auch zu Jahresbeginn ist der Bedarf an Pressepapieren weiterhin deutlich höher als deren Verfügbarkeit. In der Folge werden die Lieferungen von den Papierherstellern an die Druckereien kontingentiert. Zum großen Teil werden Lieferverträge und Preisvereinbarungen nur noch quartalsweise geschlossen, manchmal auch nur monatlich. Auch Experten wagen keinen Blick in die Glaskugel. Während auf der einen Seite von einer Entspannung auf hohem (Preis-)Niveau im ersten Halbjahr 2022 die Rede ist, wird auf der anderen Seite eher der globale Aspekt gesehen. So zahlt Amerika nach wie vor höhere Preise für Papier und in China gibt es einen Nachfrageüberhang für Papier, weshalb auch 2022 nicht von einer Entspannung der Situation ausgegangen wird.

Wie wir unsere Kunden unterstützen?

  • Wir reservieren die Papiermengen für die regelmäßig erscheinenden Medien unserer Kunden zumeist schon im Vorjahr über unsere Druckpartner. Die Mengen werden dann just in time vor Produktionsbeginn gefertigt und angeliefert. Dennoch kam es 2021 vor, dass wir – obwohl das Papier rechtzeitig bestellt und auch in der Papierfabrik in Finnland rechtzeitig gefertigt wurde – mit Lieferverzögerungen von circa  4 Wochen konfrontiert wurden. Denn Garantien – selbst auf vorbestellte Papiermengen – geben die Papierfabriken schon lange nicht mehr.
  • Für die non-periodischen Medien sind wir seit Monaten dabei, unsere Kunden zu sensibilisieren. Spezielle Wunschpapiere sind nicht mehr möglich, weder was die Grammatur noch die Papiersorte angeht. Natürlich beraten wir als Einkäufer unsere Kunden umfassend und sind  bemüht, adäquate Alternativpapiere anzubieten. Durch unser deutschlandweites Netzwerk an Druckereien konnten wir schon kleinere Lagermengen an Papier ausfindig machen und unseren Kunden ihre Broschüren drucken.
  • Aktuell ermitteln wir gemeinsam mit unseren Kunden den Gesamt-Jahresbedarf für 2022 um durch eine Bündelung der Aufträge diese Mengen am Markt zu sichern.

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Das Verlagswesen hat sie von der Pike auf gelernt. Die ausgebildete Verlagskauffrau ist seit fast 20 Jahren für wdv tätig. Ihr Arbeitsbereich liegt hauptsächlich im Einkauf von Printmedien mit Spezialisierung auf nachhaltige und umweltfreundliche Werbemittel.

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