Interview "Es ist ein tolles Gefühl, Menschen gesundheitlich zu beraten."

Dr. med. Detlef von Meien-Vogeler
Content Creation – Fachredaktion Medizin

Unser Medizinexperte:Dr. med. Detlef von Meien-Vogeler, der seit über 25 Jahren in der Gesundheitskommunikation tätig ist, schildert seine Tätigkeit als Impfarzt im Impfzentrum Offenbach.

Was war Ihre Motivation, sich als Impfarzt zu bewerben?

Ich hatte schon im letzten Jahr die Idee, irgendwie unterstützen zu wollen, als deutschlandweit mit so viel Engagement Impfzentren in ungenutzten Sporthallen und Veranstaltungsstätten eingerichtet wurden. Und spätestens seitdem die ersten Impfstoffe in Deutschland zugelassen wurden, wollte ich mithelfen, etwas gegen die rasante Ausbreitung der Coronapandemie zu tun. Anfänglich hatte ich etwas Hemmungen, mich als Impfarzt zu bewerben, besonders weil ich so lange nicht mehr direkt mit Patienten gearbeitet hatte. Aber dann dachte ich: Wann, wenn nicht jetzt?

 

In welchem Impfzentrum waren Sie tätig und wie häufig?

Von April bis Ende September 2021 war ich im Impfzentrum Offenbach tätig — in der Regel einmal in der Woche. Meine Dienste lagen berufsbedingt meist ab Freitagnachmittag, am Samstag oder Sonntag. Eine Schicht dauerte etwa acht Stunden, wie bei allen Mitarbeitern des Impfzentrums.

 

Wie haben Sie den Patientenkontakt erlebt?

Bei den Beratungsgesprächen und den Impfungen habe ich mich oft daran erinnert gefühlt, warum ich eigentlich einmal Medizin studiert habe. Es war ein tolles Gefühl, Menschen gesundheitlich zu beraten und gemeinsam mögliche Gründe auszuschließen, die gegen eine Impfung sprechen könnten. In all meinen Diensten war das so gut wie nie der Fall und in den Gesprächen, die ich geführt habe, haben sich am Ende alle für die Impfung entschieden. Auch wenn man pro Gespräch durchschnittlich nur drei bis sieben Minuten Zeit hatte und sich auf jeden Impfinteressierten und seine Anamnese neu einstellen musste, war die Resonanz der Menschen gegenüber dem ganzen Impfteam – soweit ich es erfahren habe – immer sehr positiv.

 

Welche Unterschiede gab es zwischen der Teamarbeit als Arzt im Impfzentrum und der als Medizinredakteur im Verlag?

So wie ich es erlebt habe, gab es tatsächlich eher Parallelen als Unterschiede. Sowohl im Impfzentrum als auch im Medienbetrieb kommt es darauf an, dass alle gut zusammenarbeiten. Das galt besonders in „Stoßzeiten“. Wenn es zum Beispiel im Impfzentrum darauf ankam, gemeinsam viele Menschen zügig zu beraten, weil der Impfstoff aufgezogen nur relativ kurz haltbar ist und verimpft werden musste, dann hat sich eine gute, eingespielte Koordination und Zusammenarbeit bewährt. Entscheidend war dabei die Motivation aller Beteiligten, das gemeinsame Ziel zu erreichen – und der Blick über den „Tellerrand“ der eigenen Aufgabe hinaus. Denn jeder trägt seinen Teil dazu bei.

 

Inzwischen ist das Impfzentrum Offenbach geschlossen. Was nehmen Sie von Ihrer Arbeit dort mit?

Seitdem das Impfzentrum Offenbach Ende September 2021 geschlossen hat, fokussiere ich mich wieder auf meine journalistischen Aufgaben. Ich habe aber durch die Arbeit dort viele wertvolle zwischenmenschliche Erfahrungen mitgenommen: Zum Beispiel wie wichtig eine allgemein verständliche Sprache für die erfolgreiche Gesundheitskommunikation ist. Für einen erneuten „klinischen Einsatz“ stehe ich auf jeden Fall jederzeit sehr gerne wieder zur Verfügung!

Das ganze Interview ist im KVH-Magazins „Auf den Punkt“, Ausgabe 3/2021, erschienen. Die Fragen stellte Petra Bendrich.

Mehr zu Dr. med. Detlef von Meien-Vogeler

Nach seiner ärztlichen Tätigkeit am Landesinstitut für Tropenmedizin des Landes Berlin und seiner Zeit als Assistenzarzt in einer Berliner HIV-Schwerpunktpraxis ist er seit den 1990er-Jahren in der Gesundheitskommunikation tätig. Dazu gehörten Stationen in der klinischen Forschung an der Charité, als Referent der Unternehmenskommunikation der Schering-AG und als PR-Berater in Healthcare-Agenturen. Seit 2005 ist er als medizinischer Fachredakteur für wdv tätig. Schon seit Beginn seiner Karriere, der mitten in die HIV-Pandemie der 1990er-Jahre fiel, fühlte er sich eher zur Vermittlung medizinischer Inhalte an eine breite Öffentlichkeit als zu einer klassischen klinischen Tätigkeit hingezogen.

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